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20.07.2018

Masterabschluss "Lebenslaufarchitektur“

ein erfrischender Blick auf das Karrieredenken unserer Generation und ein Appell an die Eigenverantwortung von Branchenkenner und Querdenker Marcel Pfenning

Und warum hast du studiert?

Weil du Lust darauf hattest wissenschaftlich tätig zu werden und Wissen zu schaffen?
Weil du deinen Wissensdurst mit den Lerninhalten, Theorien und Konzepten über die Wahrheit stillen wolltest? Vielleicht aber auch für den Lifestyle des modernen Studenten?
Oder weil dir ein guter Abschluss wichtig war, um eine sehr gute Anstellung zu finden?

Möglicherweise, weil du Abitur gemacht hast und man dann eben studiert. Außerdem kannst du es ja in der Geschäftswelt nur so schaffen, richtig?

Für mich waren es alle Dinge ein bißchen und doch keiner so ganz. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe gewesen, weswegen ich mein Studium nicht abgeschlossen habe. „Oh Gott. Noch so einer.“, denkst du vielleicht. Ja, so einer. Dennoch glaube ich, dass auch ich im Besitz eines Masterabschluss bin. Einen Masterabschluss über den jeder Abiturient heute bereits mit der Vergabe der Abiturzeugnisse verfügt. Einen Masterabschluss im Fach: Lebenslaufarchitektur. Denn zu genau diesem Zeitpunkt verfügt der engagierte, motivierte und ambitionierte 17 Jährige doch schon über alle Informationen, die er für das Bewerbungsgespräch in sechs Jahren zu erbringen hat.

Auslandserfahrung in Form eines Au Pair, Work&Travel oder Auslandssemesters ist Pflicht - wie sonst ließe sich meine interkulturelle Ausrichtung, Weltoffenheit und Flexibilität für meinen zukünftigen Arbeitgeber unter Beweis stellen.

Politisches, soziales oder ehrenamtliches Engagement muss dargebracht werden. Schließlich bin ich ein privilegierter Mensch im 21. Jahrhundert, der um seine soziale Verantwortung weiß und von Grund auf gut ist, helfen muss.

Berufserfahrung, gesammelt in unzähligen Praktika, Ferienjobs und Projektarbeiten, verdeutlichen einerseits mein breites Interessenspektrum, andererseits meinen sehr übergreifenden Ansatz in der Auswahl meiner Branchenexpertise und Ihres Unternehmens im Speziellen.

Meine Trilingualität ist nur ein weiterer Schritt hin zu absoluten Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft für den bestzahlensten Anbieter.

An meinem beruflichen Netzwerk arbeite ich bereits seit meinem 16. Lebensjahr als Stipendiat dieser hervorragenden Initiative und nebenbei sind meine Engagements bei Jugend Forscht nur Ausdruck meiner Leidenschaften gewesen, die ich heute gewinnbringend einsetzen kann. Für Sie, potentieller Arbeitgeber.

Und natürlich Bestnoten in Regelstudienzeit, sonst müsste ich ja tatsächlich meine Einsatzbereitschaft, die Fertigkeit mich schnell in Neues einzuarbeiten und meine Motivation für Höchstleistungen hinterfragen beziehungsweise in Frage stellen lassen und diesen Schandfleck kann ich in meinem Bewerbungsgespräch nicht mitbringen

Das Problem hierbei ist jedoch offensichtlich. In einer Zeit in der sich alles um uns herum in immer schneller werdenden Zyklen abschafft, überholt und ersetzt. In einer Zeit in der unsere Innovationsgeschwindigkeit von nun an nur noch weiter an Geschwindigkeit zunimmt und die Vergangenheit keine adäquaten Lösungen mehr bereithält. In einer Zeit in der globale Herausforderungen und Verknüpfungen uns neue Fragen stellen, die nur noch mit neuen Antworten beantwortbar bleiben. In genau solchen Zeiten bedarf es Originalen, Individuen und Menschen mit Ecken und Kanten, die sich wagen die neue und häufig unangenehme Frage nicht nur zu stellen, sondern sie auch tatsächlich zu beantworten.

Alle oben genannten Stationen und Erfahrungen können hierzu beitragen, jedoch ist das „Wozu?“ hinter diesen Abschnitten in dem idealen Lebenslauf entscheidend. War es mein Bestreben den perfekten Lebenslauf zu bauen und zum perfekten Mitarbeiter zu werden, der bestmöglich für jedwede Eventualität gewappnet ist, um somit dem Personalleiter bestmöglich zu gefallen? Falls ja, kann hierzu nur gesagt werden: „Wer im Leben eine Rolle spielt, spielt im Leben keine Rolle

Falls nein, herzlichen Glückwunsch! Du scheinst tatsächlich merk - würdig zu sein und bist offensichtlich einzig und nicht artig. Du hast eine Chance mit deiner Nonkonformität für Reibung auf den glatten Oberflächen der Konzernwelt zu sorgen, die neben viel Hitze vielleicht auch Zukunftsausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit produziert, immer vorausgesetzt dein Arbeitgeber fordert nicht nur unternehmerische Kompetenzen, Gestaltungswillen und Einsatzbereitschaft, sondern lässt sie mindestens zu.

Ich fordere dich daher dazu auf deinen Masterabschluss in Lebenslaufarchitektur zu verbrennen und dich nicht zu fragen, was andere von dir erwarten. Welcher Bereich zum nächsten beruflichen Trend wird, welche Sparten am wenigsten von Automatisierung und Machine Learning betroffen sind oder ob du damit später einen „guten Job“ findest - was auch immer das heißt. Sicherheiten gibt es für unsere Generation und unsere Arbeitgeber sowieso keine mehr. Schnelllebigkeit erfordert echte Flexibilität und vor allem eine große Portion Eigenverantwortung. Diese gilt es zu lernen. Wissen, Zeugnisse und Zertifikate sind keine Garantien mehr. Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sind die neue Währung. Diese zu erwerben, auszuprägen und selbstbewusst zu vertreten ist ungleich schwerer als verstaubte Theorien wasserfallartig wiedergeben zu können, aber es lohnt sich.

Die Sinnsuche und Selbstbestimmtheit sind hohe Güter für uns und wir können sie nicht von anderen mit Work-Life Angeboten fordern, wenn wir nicht bereit sind sie zu allererst selbst zu erbringen. Daher rufe ich dich auf belege deinen persönlichen Studiengang im Bereich: Lebenswerkarchitektur. Genau, die Konzeption und den Bau deines persönlichen Lebenswerk. Berichte in deinen zukünftigen Bewerbungsgesprächen von deinen Herausforderungen und Erfolgen diesbezüglich und der für dich richtige Arbeitgeber wird dich dafür erkennen und wertschätzen. Für die anderen hättest du sowieso nicht arbeiten wollen! Beginne heute dein Studium mit folgender Frage: Und warum habe ich eigentlich studiert? Alles weitere folgt von hier…

Für die Personalleiter und Geschäftsführer unter euch habe ich eine Bitte. Erkennt Originalität und eure Zukunft, wenn Sie an eurem Tisch sitzt. Denn was ist ein Unternehmen schon mehr, als die Summe und die Qualität seiner Mitarbeiter?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Marcel Pfenning

13.04.2018

Recruiting ist Meritokratie

Recruiting ist Meritokratie – bestechen werden die Leistungsträger, die Tüchtigen also, die sich im Hier und Jetzt Verdienste erwerben.

Der Mangel an qualifiziertem Fach- und Führungspersonal und damit der „War for Talents“ ist allgegenwärtig und für nahezu jedes Unternehmen ein erfolgsentscheidendes Thema.

Für Sie als Arbeitgeber bedeutet das vor allen Dingen eines: Die Zeiten, in denen Sie sich aus einer Vielzahl an Bewerbungen die besten Kandidaten aussuchen und sich derer für lange Zeit gewiss sein konnten, sind vorbei. Vielmehr erleben wir heute ein Kräftemessen im Sinne eines gegenseitigen Bewerbungsprozesses auf Augenhöhe. Für Zeitgemäßes Recruiting ergeben sich daraus ganz neue Herausforderungen, die nicht erst im Bewerbungsgespräch beginnen:

Identifikation geeigneter Kandidaten

In Zeiten von immer komplexeren Stellenprofilen und einem sich verändernden Werteverständnis wird es immer schwieriger, den „richtigen“ Kandidaten für die zu besetzende Stelle zu definieren.

Erreichbarkeit geeigneter Bewerber

Den Zielkandidaten unter der Vielzahl hervorragend ausgebildeter junger Leute zu identifizieren und zu erreichen erfordert Präsenz sowie Kompetenz auf allen Sourcing Kanälen und ein darauf ausgerichtetes, präzises diagnostisches Vorgehen.

Gewinnung der richtigen Mitarbeiter

Gefragte Kandidaten haben in der Regel keinen Wechseldruck und eine Vielzahl an Optionen. Darüber hinaus haben sie heute stets volle Transparenz und den direkten Vergleich, sodass man sich die Frage stellen kann: Wer bewirbt sich eigentlich bei wem?

Integration und Bindung

Durch die steigende Transparenz und Multioptionalität wird es in Zukunft nicht leichter, seine Mitarbeiter auch langfristig zu halten und zu Top-Leistungen zu motivieren.

Nachhaltigkeit und Außenwirkung

In einer Zeit, in der eine Vielzahl an Job-Entscheidungen über Bewerbungsportale im Internet sowie persönliche Empfehlungen getroffen werden, ist der (ehemalige) Mitarbeiter ein wirkungsvolles Marketinginstrument und somit Chance und Risiko zugleich.

Deshalb ist der gesamte Recruitingprozess als eine (gegenseitige) Kauferfahrung zu verstehen und muss zu jedem Zeitpunkt aktiv gedacht, vielseitig und fürsorglich gestaltet und schließlich individuell bindend sein. Bestechen werden im „War for Talents“ die Leistungsträger, die Tüchtigen also, die sich im Hier und Jetzt Verdienste erwerben und damit schon heute ihre Fach- und Führungskräfte von morgen für sich begeistern und nachhaltig an sich binden. Der Wandel hin zum „Leistungsträger“ in diesem Sinne geschieht natürlich nicht von heute auf morgen sondern ist ein Prozess der stetige Weiterentwicklung und vor allen Dingen tiefgreifendes Verständnis erfordert – Ihrer eigenen Position und vor allen Dingen derer, die heute und morgen den Arbeitsmarkt schwemmen!

04.11.2017

„Der erzwungene Paradigmenwechsel“

„Der erzwungene Paradigmenwechsel“ – bartke/husetic auf dem Vertriebsgipfel 2017 am Nürburgring! Eine Schilderung aus Sicht unserer Generation

Millenials, Digital Natives oder auch Generation Weichei – viele Namen hat man den heute 18 – 38 Jährigen gegeben und dennoch herrscht gemeinhin Unklarheit darüber wer sie wirklich sind. Wohl keine Bevölkerungsgruppe in der jüngeren Geschichte wurde bisher derart kontrovers diskutiert. Die Meinungen in all den Studien, Abhandlungen und Blogbeiträgen gehen dabei stark auseinander, werden der Generation meist jedoch nicht gerecht und liefern keinen substantiellen Mehrwert. Denn eine ganz entscheidende Frage bleibt dabei meist unbeantwortet: Was bedeutet das nun für mich als Unternehmer und mein Unternehmen?

An eben dieser Frage haben wir angesetzt, als wir auf dem Vertriebsgipfel 2017 am Nürburgring referieren und spannenden Austausch führen durften. Lesen Sie hier die Executive Summary zu unserem Vortrag, der Sie nicht mit noch mehr Fakten oder auch nicht-Fakten langweilen wird. Vielmehr möchten wir Ihnen aus Sicht der Generation selbst ein Gefühl dafür geben, wer wir wirklich sind, woher wir kommen und was all das nun konkret für die Zukunft Ihres Unternehmens bedeutet. Aufbauend darauf wollen wir Ihnen Impulse an die Hand geben, wie Sie als Sieger aus dem vorherrschenden Paradigmenwechsel gehen können.

Möchten Sie mehr dazu erfahen? Dann kontaktieren Sie uns gerne direkt oder aber lesen unseren Beitrag „Der erzwungene Paradigmenwechsel“

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